Abschied von Golfo aus Mallorca,
ein Hund den niemand haben wollte

Vor 2 ½ Jahren kam Golfo aus Mallorca zu uns. Golfo stammte aus einer Beagle-Meute von einem Jäger, der seine Hunde unter katastrophalen Bedingungen hielt. Der alte Golfo hatte Glück. Er wurde aufgenommen von der Stiftung Eurodog Mallorca. Als mich Veronika Meyer-Zietz, Gründerin und Leiterin der Stiftung fragte, ob ich Golfo aufnehmen würde, wir hatten bereits zwei Hunde von dort aufgenommen, sagte ich ja.

Als Golfo zu uns kam, war er bereits 14 oder 15 Jahre alt. Sein Gesicht war voller Narben, an den Beinen hatte er etliche Liegeschwielen. Er war bereits taub und auf einem Auge erblindet und ab und zu hustete er.  Mit all dem hatte er keine Probleme und wir auch nicht. Sei Husten jedoch, anfangs nur gelegentlich, wurde mit der Zeit immer schlimmer. Ich glaubte, er hätte entweder eine Herzerkrankung oder  Krebs, der bereits Metastasen in der Lunge verursacht hatte. Also Herzultraschall und Ultraschall von Leber, Niere und Milz bei einer Spezialistin, Bluttests, Röntgenaufnahmen aller Organe. Golfo bekam zwei verschiedene Medikamente, um die Bronchien zu erweitern, dann bekam er Hustensaft. Nichts half. Im Februar hatten wir eine Röntgenaufnahme seiner Lunge machen lassen. Vor einer Woche ließen wir noch einmal eine Röntgenaufnahme machen. Im Vergleich zu der Aufnahme vom Februar, war seine Lunge kaum noch funktionsfähig, durchsetzt mit Bindegewebe. Danach bekam er hochdosiert Kortison und ein Antibiotikum. Nun hustete Golfo kaum noch, er konnte sogar nachts wieder durchschlafen. Ich wußte, dass es keine Heilung geben würde, denn Golfo hatte eine Lungenfibrose. Doch da war dieses Fünkchen Hoffnung, noch ein bisschen Zeit für ihn, für uns, noch ein bisschen lebenswertes Leben. Heute Morgen wollte Golfo nicht fressen. Er hechelte und seine Atmung war flach. Dann begann er zu zittern und in seinen Augen sah ich den Ausdruck der Angst. Wer so viele alte Tiere begleitet hat bis zum Ende weiß, wovon ich spreche und weiß, wann der Zeitpunkt gekommen ist zu handeln. Heute, am 20. Oktober um 10.30 Uhr wurde Golfo beim Tierarzt eingeschläfert. Er starb ganz friedlich in meinen Armen. Nick hat ihn auf unserem Grundstück begraben. Ich möchte Euch noch etwas über Golfo erzählen, obwohl es gar nicht so viel über ihn zu erzählen gibt. Golfo war eher ein untypischer Beagle, vielleicht weil er schon so alt war, vielleicht weil er es so schlecht vorher hatte. Er war nicht futterneidisch, nicht dickköpfig. Er mochte alle Hunde, egal ob groß oder klein, ob männlich oder weiblich. Er war so friedlich und freundlich, er stellte keinerlei Ansprüche. Er war dankbar für jede Zuwendung, jede Streicheleinheit, er schenkte uns sein Vertrauen und seine Liebe und er war so unbeschreiblich bescheiden. Golfo kam vor 2 ½ Jahren zu uns aus Mallorca und niemand wollte ihn haben. Golfo war ein Auslandshund. Hatte er deswegen weniger Recht leben zu dürfen und geliebt zu werden? Ich glaube nicht!   Zurück bleibt eine traurige, alte Podenco Hündin, namens Pepper. Sie hat ihren besten Freund und Lebensgefährten verloren. Jetzt werden wir einen neuen Freund für Pepper suchen und es wird wieder ein armer, alter Hund sein, den sonst niemand haben will.

Beate

 

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