Otto (Berlin-Brandenburg)
Rasse: Braque d’ Auvergne geboren ca. 2004, in Mallorca vor dem Tod gerettet

Otto kam im Sommer 2007 zu uns. Er gehört einer seltenen Jagdhundrasse an. Doch nach einem Unfall oder vielleicht war es auch angeboren, das lässt sich nicht mehr feststellen, kam es zu einer Fehlstellung seines linken Vorderlaufs. Diese Fehlstellung hätte durch eine rechtzeitige Operation behoben werden können. Otto wurde von Deutschen, die in Mallorca leben, in einer staatlichen Perreira, einer Tötungsstation abgegeben. Dort werden die Tiere nach drei Wochen getötet. Wahrscheinlich war auch er durch seine Behinderung untauglich für die Jagd geworden oder seine Besitzer wollten keinen verkrüppelten Hund haben. Doch Otto hatte Glück. Mitarbeiter von Euro Dog sahen ihn, holten ihn von dort heraus und nahmen ihn zu sich. Sie stellten Otto einem Spezialisten vor, Diagnose inoperabel. Frau Meyer-Zietz von der Stiftung Euro Dog erzählte mir von Otto, seinem Schicksal und seiner Behinderung. So kam Otto zu uns. Auch wir haben ihn noch einmal einem Spezialisten in Berlin vorgestellt in der irrigen Hoffnung, man könnte doch noch durch eine Operation das Beinchen richten. Noch kann Otto mit den anderen Hunden um die Wette laufen, toben und springen. Doch eines Tages, wenn die Arthrosen fortgeschritten sind und er sein Beinchen nicht mehr belasten kann, wird eine Operation notwendig sein um das Gelenk zu versteifen. Nur wird er dann sein Beinchen nicht mehr benutzen können. Bis dahin ist es hoffentlich noch lange hin. Jedenfalls ist Treppen steigen oder an der Leine laufen schon jetzt für ihn tabu. Er selbst darf bestimmen, wie viel und wie oft er laufen kann und wenn er genug hat, lässt er sich einfach auf den Boden fallen und ruht sich erst mal wieder aus. Otto sieht es als seine Aufgabe an, alle durch Bellen vor eventuellen Gefahren zu warnen. Seinem ausgezeichneten Gehör entgeht nichts. Er sucht und offensichtlich braucht die Nähe und den Körperkontakt zu seinen Artgenossen und seinen Menschen. Vielleicht gibt ihm das das Gefühl jetzt sicher zu sein und dass ihm nichts Schlimmes mehr passieren kann. Wenn ich eine Kängeruh Mutti wäre, würde sich Otto den ganzen Tag in meinem Bauchbeutel herumtragen lassen, damit er immer so nah wie möglich bei mir sein könnte.   Otto und Clementine wurden weggeworfen und zum Sterben verurteilt, weil sie für die Jagd untauglich waren. Sie wurden weggeworfen wie ein Paar alter Schuhe, die es sich nicht mehr lohnt reparieren zu lassen. Sie sind nur zwei von unzähligen Hunden, die jedes Jahr in benachbarten EU-Ländern von ihren Besitzern zum Sterben verurteilt werden – ausgesetzt, verhungert, erhängt oder in staatlichen Tötungsstationen abgegeben!

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