Laborhunde und Meutehunde Beagle, Foxhound, Francais Tricolore
- Erste Erfahrungen
- Sheila, Laborfoxhound
- Der "kleine" Unterschied
- Jagdmeuten
- Laborhunde
- Wesen und Verhalten
Erste Erfahrungen
Als wir unseren ersten Foxhound aufnahmen, wussten wir nichts über das Wesen und Verhalten dieser Hunde. Wir kannten Foxhounds lediglich aus alten englischen und amerikanischen Gemälden, wo sie häufig mit Reitern und Pferden in unzähligen Jagdszenen dargestellt werden. Doch auch in amerikanischen und
englischen Filmen, z.B. in einem der alten Miss Marple Filme, hatten wir schon Foxhound Meuten gesehen. Auch hatten wir schon seit Jahren einen Satz Tischuntersetzer aus England, auf denen verschiedene Foxhound-Jagdmeuten abgebildet waren. Die Suche nach Literatur in deutscher Sprache über diese Rasse blieb ergebnislos. Kurzerhand riefen wir eine bekannte Züchterin von Meutefoxhounds in England an. Sie beantwortete uns viele Fragen und viele ihrer Antworten waren nicht das, was wir zu erfahren hofften. Inzwischen haben wir selbst viele Erfahrungen mit diesen Hunden gesammelt und ich muss gestehen, sie hatte in allen Punkten Recht. Sie empfahl uns auch ein Buch, das wir sogleich bestellten. Doch dann fanden wir einige Bücher in englischer Sprache. Besonders gut gefiel uns das Buch „English Foxhound“, Herausgeber T.F.H. Publications, Inc, USA. Das Buch hat über 75 Farbfotos und gibt auch Tipps zur Haltung des Foxhounds als Familienhund. Gewöhnlich wird in der Literatur nur über die verschiedenen Meuten und deren Unterschiede und Historie berichtet.
Nun waren wir also stolze Besitzer unseres ersten Foxhounds, eine Hundedame mit dem Namen Sheila. Irgendwann fand dann wieder einmal die Internationale Rassehundeausstellung in Berlin statt. Wir entschlossen uns diese mit Sheila zu besuchen. Bewappnet mit Presseausweis und Sheila gelang es uns den Leiter der Ausstellung zu sprechen. Unsere Frage, ob auch Foxhounds ausgestellt werden würden, verneinte er. Oh, Sie haben einen Foxhound, rief er begeistert. Sie ist ein amerikanischer Foxhound, sagte ich recht selbstbewusst. Er riet uns Sheila für die nächste Ausstellung anzumelden. Sie würde natürlich einen Preis bekommen, wäre sie aller Wahrscheinlichkeit nach wohl die einzigste Teilnehmerin ihrer Rasse und Papiere habe sie doch sicherlich auch, fügte er noch hinzu. Ich erwähnte nicht, dass Sheila eine lange Operationsnarbe am Bauch hatte, dass sie aus einer Versuchsanstalt kam und dann auch noch in einem Tierheim gelandet war. Schließlich sollte dies ein schöner Tag für uns alle drei sein. Wir waren unendlich stolz auf Sheila und auch sie schien die Bewunderung der Zuschauer und der Aussteller anderer Hunderassen zu genießen. Plötzlich entdeckte ich neben einem der Aussteller einen Hund, der unserer Sheila sehr ähnlich sah. Außer mir vor Freude, stürzte ich auf ihn zu und rief: „Was für ein wunderschöner Foxhound“. Er lächelte mich freundlich an und dachte sicherlich, die gute Frau hat keine Ahnung, wovon sie redet. Er hatte Recht. Es war ein Francais Tricolore. Wir machten ein Foto, unsere zierliche Sheila neben seinem Rüden, der mindestens einen Kopf größer war als sie. Mehr fiel mir damals eigentlich nicht auf. Doch ich habe nie vergessen, wie sanft, ruhig, friedlich und lieb dieser große Hund war.
Sheila, Laborfoxhound
Bald schon machte ich einen weiteren Fehler. In einem Gartenlokal in Berlin, in dem sich nicht nur Menschen, sondern auch deren Vierbeiner treffen, saß am Nebentisch eine Dame mit einem Hund, der eine gewisse Ähnlichkeit mit unserer Sheila hatte. Unbedarft fragte ich die Besitzerin, ob das ein Foxhound-Mischling sei. Es war eine reinrassige Bracke, erfuhr ich von der Dame, die über meine unpassende Frage nicht erfreut zu sein schien. Auch gewöhnte ich es mir ab, Beagle Besitzer zu fragen, ob ihre Hunde aus einer Versuchsanstalt kamen. Schließlich kamen die meisten dieser Hunde von einem Züchter, hatten einen Stammbaum, waren reinrassig und sicher beim Kauf sehr teuer gewesen. Was ist ein Foxhound, werde ich oft gefragt. Ein Foxhound sieht so ähnlich aus, wie ein großer Beagle mit langen Beinen, ist dann meine Antwort. In Deutschland ist der Foxhound eine sehr selten anzutreffende Hunderasse. Die wenigen Foxhounds, die es hier gibt, stammen zumeinst aus einer Versuchsanstalt oder einer Jagdmeute.
Der „kleine“ Unterschied
Man unterscheidet zwischen dem English Foxhound und dem American Foxhound. Der englische Foxhound ist kompakter und größer, der amerikanische Foxhound schmaler und etwas kleiner. Doch gibt es viele andere Rassen, die für den Laien wie Foxhounds aussehen. Auch ich habe ja diese Fehler gemacht und bin mir auch heute noch nicht sicher, um welche Rasse es sich handeln könnte, wenn ich nur das Foto eines Hundes, über dessen Herkunft es keine Angaben gibt, sehe. So gibt es in Frankreich den Francais Tricolore, den Grand Anglo-Francais Tricolore, den Poitevin und andere Rassen. Der Francais Tricolore ist größer als der englische Foxhound und hat auffallend lange Behänge. Der Grand Anglo-Francais Tricolore ist noch breiter und massiver als der Francais Tricolore.Es gibt aber auch verschiedene Brackenarten und andere Rassen, die man auf den ersten Blick für einen Foxhound halten könnte.
Jagdmeuten
Nicht nur in England, Amerika, Frankreich und vielen anderen Ländern gibt es Jagdmeuten, sondern auch in Deutschland. Hier gibt es Beagle-Meuten, English-Foxhound-Meuten und Francais Tricolore Meuten. Jagdmeuten unterscheiden sich im Aussehen voneinander. Es gibt Meuten, bei denen die Farben schwarz und braun überwiegen, andere hingegen sind vorwiegend weiß und hellbraun. So wurde der Beagle bislang als tricolore in schwarz, braun und weiß gezüchtet. Heute wird er vielfach zweifarbig gezüchtet, ein helles braun und weiß. Auch die Größe der Beagle ist unterschiedlich. Es gibt große Beagle, mittelgroße und immer beliebter werdend, auch sehr kleine Beagle. Wenn ich Abbildungen von alten Gemälden ansehe und die ersten Fotographien von Foxhounds, so unterscheiden sich die Hunde im Aussehen so gewaltig, dass ich nie vermuten würde, es handle sich hier um ein und dieselbe Rasse.
Laborhunde
Es gibt in Deutschland mehrere Züchter, die ausschließlich Hunde für Tierversuchsanstalten züchten, aber auch pharmazeutische Unternehmen, die ihre eigenen Hunde züchten. Die für diese Zwecke gezüchteten Beagle sind heute viel kleiner als in der Vergangenheit. Die Zucht von Foxhounds wurde in Deutschland nun kürzlich fast überall eingestellt. Zum einen liegt das daran, dass der Unterhalt und die gesetzlich festgelegten Anforderungen für die Unterbringung der Hunde deren Haltung wirtschaftlich unrentabel macht, zum anderen daran, dass eine Vielzahl der an diesen Hunden bislang durchgeführten humanmedizinischen Versuchen nun an Schweinen vorgenommen werden. Doch auch die in der Vergangenheit in Deutschland für Versuchszwecke gezüchteten Foxhounds unterscheiden sich gewaltig. Zum einen sind alle diese Hunde keine reinrassigen Foxhounds, sondern Mischlinge. Während die Hunde eines Züchters vorwiegend wie reinrassige englische Foxhounds aussehen und auch deren Wesen aufweisen, sind die eines anderen Züchters eine Mischung aus Foxhound und Francais Tricolore. Bei vielen dieser Hunde bestimmt der Francais Tricolore das Aussehen und auch das für diese Rasse typische Wesen.
Wesen und Verhalten
Nun, da ich schon so viele verschiedene Hunde gehabt habe und habe, stütze ich mich weniger auf die in Büchern beschriebenen arttypischen Merkmale, sondern auf meine eigenen Erfahrungen. Vieles haben diese Rassen gemeinsam. Sie sind dickköpfig, verfressen, sehr lernfähig (wobei sie das Gelernte nur dann umsetzen, wenn sie gerade dazu Lust haben), haben ein hohes Erinnerungsvermögen, sind mehr oder weniger eigenwillig und sehr sensibel. Sie brauchen, nicht möchten, sondern brauchen den engen Kontakt zu Artgenossen, sowohl als auch den engen Kontakt zu ihren Menschen. Meuten müssen den fehlenden engen Kontakt zum Menschen ersetzen durch den Kontakt mit einer Vielzahl anderer Hunde. Meutehunde sind im Vergleich mit anderen Hunderassen sehr verträglich mit ihren Artgenossen. Dies ist der Grund, weswegen sie bevorzugt für Versuchszwecke Verwendung finden. Zum einen können sie in Gruppen zusammen gehalten werden ohne sich zu beißen, zum anderen sind sie dem Menschen gegenüber so friedlich, dass sie sich viel mehr gefallen lassen, als es andere Rassen tun würden. Sie lieben kleine Kinder genauso wie Erwachsene. Die meisten von ihnen kommen wunderbar mit im Haushalt lebenden Katzen und Kleintieren aus. Der Jagdtrieb ist bei einigen stark ausgeprägt, während er bei anderen völlig fehlt. So gibt es Hunde, die aus Jagdmeuten abgegeben werden, weil sie keinen Spaß daran finden, mit der Nase am Boden einer vom Menschen gelegten Spur zu folgen, sondern lieber nach wenigen Metern wieder nach Hause laufen. Halten wir fest, dass bei der Zucht von Hunden für den Versuch die Jagdtauglichkeit kein Kriterium ist, sondern überhaupt nicht bekannt ist.


